Wie spielt es sich?
Wie eingangs erwähnt sieht The Wonderful 101: Remastered mit seiner (zoombaren) isometrischen Perspektive wie einer Superhelden-Variante von Pikmin aus. Doch de facto ist das Spiel nur eine sehr kreative Herangehensweise an das, was Amerikaner ein „character action game“ nennen. Die aus bis zu 100 flitzenden Mini-Helden bestehende Mannschaft lenkt sich direkt und agiert in puncto Steuerung wie eine einzige Figur. Man rennt, hopst, blockt, pariert, weicht aus und haut auf 101 Arten zu. Innerhalb der bunten Truppe geben anfangs zwei, irgendwann sieben bunte Heroen den Ton an: Durch das Zeichnen ihres spezifischen Symbols per rechtem Stick wird der jeweilige Held zum Waffenschwinger. Wonder Red haut per Mega-Faust zu, Wonder Blue führt ein großes Schwert, Wonder Green ballert mit einer Knarre, Wonder Pink hat eine Peitsche – ich denke, ihr habt das Prinzip verstanden. Je nach ausgewähltem Helden steht euch ein übersichtliches Arsenal an Attacken zur Verfügung – die natürlich allesamt an die „Bedürfnisse“ der Feinde und Umwelt angepasst sind. Stachelpanzer schreien nach Pinks Dornenpeitsche, brüchige Stellen im Boden werden mit dem Hammer von Yellow zertrümmert.
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Hülle & Fülle
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Minutentakt balgt man sich mit fiesen Roboterkäfern, riesigen Roboter-Würmern, noch größeren Roboter-Drachen und gigantischen Roboter-Robotern. Wie in Bayonetta explodiert der Bildschirm bei diesen Auseinandersetzungen im Sekundentakt, während mancher Koloss urplötzlich stolpernd von der Kampfbühne purzelt oder kurz vor der drohenden Niederlage das Weite sucht, nur um in der nächsten Szene, auf einem (sorry!) Riesenroboter reitend, zum nächsten Tanz zu bitten. Da können die spaßigen Auseiandersetzungen mit den Standard-Schergen und das Schalter-Öffnen in den linearen Stages schon mal zur Nebensache verkommen.
Abseits der locker fünfzehnstündigen Story-Kampagne, die im Schwierigkeitsgrad „normal“ schnell fordernd wird, aber auf „leicht“ gut machbar ist, bietet The Wonderful 101: Remastered eine Handvoll Koop-Missionen, die wenig überraschend noch hektischer sind und bis zu vier Spieler (auf Wii U waren es fünf) gegenGegnerwellen antreten lassen. Im altmodischen Menü finden sich eine nett gemachte Datenbank mit Sammelkram, allen Feinden und Figuren sowie ein Mixer, der aufgelesenes Gemüse in frische Items verwandelt. Ausführliche Tutorials, die einem die komplexe Spielmechanik oder das Kombo-System abseits kurzer Einführungen im Rahmen der Story vermitteln, gibt es nicht.

