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Ratchet & Clank: Nexus (Action-Adventure) – Ratchet & Clank: Nexus

Der Lombax Ratchet und sein Roboterkumpan Clank kehren mit ihrem vermutlich letzten PS3-Auftritt zu ihren Wurzeln zurück: Levelerforschung, Gegnermassen und abgefahrene Waffen. Ob es Insomniac mit Ratchet & Clank Nexus gelingt, an die alte Klasse anzuknüpfen, klärt der Test.

Und natürlich stehen in bester Tradition die durch Abschüsse an Erfahrung und schließlich neue Stufen und damit frische Durchschlagskraft gewinnenden Waffensysteme im Fokus. Hier bietet man einen Mix aus bekannten und leicht veränderten bzw. erweiterten (wie Mr. Zurkon) sowie neuen Waffen, von denen vor allem die Erschreckbox und die Winterkanone (auch gerne in Kombination) verheerenden Schaden anrichten können.
Die Zwischensequenzen sind gut inszeniert, die Story ist interessant, wird aber schnell vorhersehbar.
Die Zwischensequenzen sind gut inszeniert, die Story ist interessant, wird aber schnell vorhersehbar. © 4P/Screenshot
Die Erschreckbox ist im Wesentlichen ein überdimensionaler Springteufel, der beim Auslösen die umliegenden Gegner in Angst und Schrecken versetzt (und damit schwächere Gegner sofort tötet) und dann die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Die Winterkanone als Ratchet-und-Clank-Gegenstück zu Dubsteb-Kanone in Saints Row 4 feuert hingegen süßliche Weihnachtsmarkt-Musik ab, verlangsamt die Gegner dadurch und kann sie sogar in leicht zerstörbare Schneemänner verwandeln – herrlich, wenngleich die Reichweite durchaus größer hätte sein können. Zusätzlich zum „automatischen“ Levelaufstieg kann man jede Waffe mit Raritarium-Kristallen aufwerten. Auf einem Hexfeldsystem kann man geringfügige, aber in der Summe sehr effektive Verbesserungen wie höheren Schaden, längere Lebensdauer von Helfern etc. mehr Bolzen oder Raritariumkristalle beim Ableben von Gegnern usw. freischalten. Schafft man es, die in Größe, Form und Abstand zueinander unterschiedlichen grünen Felder komplett einzukreisen, wird der Knarre eine Sonderfähigkeit spendiert. Das System wirkt durchdacht und scheint gut balanciert, krankt aber an einer Kleinigkeit. Mit Stufe 3 ist die Waffe prinzipiell voll entwickelt und lässt sich jetzt nur noch über die Kristalle marginal modifizieren.

Kurzes Vergnügen

Wie? Nur drei Waffenstufen? Das ist wenig! Stimmt. Das wird jedoch dadurch relativiert, dass das gesamte Abenteuer insgesamt nur etwa fünfeinhalb bis sieben Stunden kurz ist, wenn man sich nur auf die Story konzentriert – was für Ratchet & Clank sehr ungewöhnlich ist, aber auch durch den günstigen Anschaffungspreis (unter 30 Euro) angedeutet wird. Dass die Zeit dabei wie im Fluge vergeht, ist dabei Fluch und Segen zugleich.
Ratchet & Clank zelebrieren routinierte Plattform-Action ohne große Überraschungen.
Ratchet & Clank zelebrieren routinierte Plattform-Action ohne große Überraschungen. © 4P/Screenshot
Einerseits ist dies ein Beleg dafür, dass die vorhersehbare und etwas am Humor sparende Geschichte kaum Längen aufweist und man routiniert durch die Abschnitte geführt wird. Andererseits fühlte ich mich nach dem Abspann (Achtung! Spoiler: sowie einer Andeutung eines weiteren Teils) ein wenig wie nach dem Besuch in einem Fast-Food-Restaurant: Gesättigt, aber der Hunger schwelte dennoch weiter.

Denn in dieser Form machen die beiden einfach Spaß – was zu einem Teil auch einem neuen Element zuzuschreiben ist, in dem man mit Clank seitwärts scrollend in einer Paralleldimension unterwegs ist. Hier kann man zwar ebenfalls laufen und springen, doch viel wichtiger ist das Umstellen der Gravitation über den rechten Stick, um den Hindernissen auszuweichen oder Türen bzw. Boxen zu bewegen. Das erinnert zwar erheblich an den Indietitel VVVVVV, doch das verringert den Unterhaltungswert nur unmerklich.