Ende September fehlte uns die Zeit, die Fantasywelt des PC-Rollenspiels Pathfinder: Kingmaker von Owlcat, My.com und Deep Silver ausführlich zu erkunden. Inzwischen haben wir die Adaption der Pen-&-Paper-Vorlage jedoch unter die Lupe nehmen können und unsere Eindrücke in einem Test zusammengefasst.
Ist man erschöpft, kann man sowohl auf der Weltkarte als auch geeigneten Freiflächen vor Ort ein Lager aufschlagen und sich ausruhen. Allerdings haut man sich dabei nicht einfach nur aufs Ohr, sondern muss sich auch um die Verpflegung kümmern.
Wer keinen Proviant mehr dabei hat, begibt sich vor dem Essen auf die Jagd, sofern möglich, und wer die Leistungen bestimmter Gefährten steigern möchte, kann versuchen, ihnen ihr Lieblingsessen zuzubereiten. Zudem können Wachen aufgestellt, das Lager getarnt und spezielle Talente genutzt werden.
Trotzdem kann es jederzeit zu Überfällen kommen, die sich bei geringerer Sorgfalt oder unpassender Aufgabenverteilung natürlich häufen. Neben Müdigkeit und Traglast kann auch das sich dynamisch verändernde Wetter das Verhalten und Vorankommen der Gruppe beeinflussen. Tages- und Jahreszeiten unterliegen ebenfalls einem dynamischen Wechsel. Charaktere mit hohem Wahrnehmungswert können zudem Fallen und Geheimgänge entdecken. Kleinere Rätseleinlagen stehen ebenfalls auf dem Programm, während die Hauptstory immer wieder längere Zeit in den Hintergrund tritt, aber spannend bleibt.
Kein Schmuckstück
Technik und Inszenierung sind eher unspektakulär, fast bieder. Neben Problemen mit Kollisionsabfrage und Wegfindung treten auch immer wieder kleinere Ton- und Anzeigefehler auf. Abstürze sind hingegen selten. Die englische Sprachausgabe gefällt, ist aber rar gesät, die deutsche Übersetzung gut, aber lückenhaft.
Am meisten verflucht habe ich jedoch die vielen langen Ladezeiten, die bei jedem Ortswechsel und Zufallskampf einsetzen und den Spielfluss letztendlich spürbar beeinträchtigen.
Auch dass Diebstähle nur in ganz speziellen Fällen Konsequenzen haben, wirkt angesichts leerer Drohungen oft inkonsequent. Man kann sogar seine eigenen Untertanen oder die Lager von Banditen vor deren Augen ausrauben, ohne dass die irgendwelche Reaktionen zeigen. Gefallen haben mir hingegen die sporadischen Ereignisse in Form illustrierter Buchepisoden, bei denen es Hindernisse und Gefahren mit passenden Entscheidungen und etwas Würfelglück zu überwinden gilt. Erwähnenswert ist auch der Artefakte sammelnde und bei Vollständigkeit Geschichten über deren Besitzer erzählende und sich davon zur Herstellung spezieller Ausrüstungsgegenstände inspirierende Schmied.