Shawn Corey Knowles-Carter ist Executive Producer von NBA 2K13. Das hört sich zunächst nicht spannend an, aber der Mann ist unter seinem Künstlernamen etwas bekannter: Jay-Z. Warum will sich einer der erfolgreichsten Rapper und Musikproduzenten der Gegenwart an der Entwicklung eines Spiels beteiligen? Weil er es sich leisten kann. Und weil er Basketball liebt. Mehr dazu im Test.
Viele elegante Möglichkeiten
[GUI_PLAYER(ID=97337,width=400,text=2K Games hat die überflüssige Move-Steuerung für PS3 gestrichen, dafür eine Kinect-Unterstützung inkl. Sprachbefehl für 360 eingebaut. Allerdings nur für Offline-Matches.,align=right)]Der Vorteil der neuen Steuerung wird erst nach einigen Matches klar, denn man kann alle Bewegungen, Dribblings und Würfe sowie Teile des Aufpostens, tatsächlich etwas besser miteinander verbinden, so dass man ansehnlich in fließenden Bewegungen zum Korb ziehen und Layups oder Dunks (neuerdings wird deren Intensität nach dem erfolgreichen Stopfen in Prozent angeben) platzieren kann. Klar ging das auch in NBA 2K12, aber hier fühlt es sich nach einiger Übung intuitiver an, zumal das Ausgucken des Gegenspielers komfortabler läuft und mehr Spaß macht. Das liegt u.a. daran, dass quasi alles auf einem Stick liegt.
Die Folge der Überbelegung: Nicht immer sind Analogstick-Aktion und Dribbling-Reaktion klar. Was mich wundert ist, dass es keine situativen Tutorials gibt, mit denen man das Wesentliche der neuen Steuerung üben kann – vor allem die Dribblings. Also muss man selbst im freien Training in die vielen Möglichkeiten abtauchen. Und wenn man neben den Finten das komplexe Post-Spiel hinzu nimmt, sind die auch dieses Jahr enorm. Natürlich
kann man auch auf Knopfdruck einfach so abschließen, was gefühlt etwas öfter zum Erfolg führt als letztes Jahr. Wie gesagt: Wer den Vorgänger sehr gut beherrscht und es anspruchsvoller mag, sollte es in den Optionen anpassen.
Arcadiger oder realistischer?
Selbst wenn NBA 2K13 etwas arcadiger wirkt, ist das Spiel gegen die KI auch mit den Standardeinstellungen kein Zuckerschlecken, zumal das Ziehen in die Zone etwas besser verteidigt werden kann. Man hat das Gefühl, dass einige alte Automatismen nicht mehr so stark sind, dafür sind neue hinzu gekommen, die wiederum das alte Schienengefühl hervor rufen – es gibt immer noch Korbmanöver, die man nicht aufhalten kann. Die Defensive des körperbetonten Angriffs bleibt also eine Herausforderung: Immer noch ist vor allem das Blocken sehr knifflig, sehr foulanfällig – selbst bei gutem Timing fällt es schwer, den Ball zu erwischen. Wenn es mal klappt, vor allem in letzter Sekunde von hinten, ist die Freude natürlich umso größer. Und es klappt tatsächlich häufiger bei Spielern mit der Fähigkeit „Radiergummi“.
Schön ist, dass man sein Abwehrverhalten ansonsten sehr gut anpassen kann, nicht nur über Doppeln und Abschirmen, auch über das gezielte Zumachen einer Seite, das Heben der Arme oder Bedrängen des dribbelnden Angreifers – so kann man Ballverluste forcieren. Das grandiose, weil unheimlich situative System der Postmoves bleibt nahezu komplett erhalten, man kann also je nach Position und Stellung um oder über den Verteidiger bewegen, um satt mit einem Dunk oder elegant mit einem Jumpshot abzuschließen – inklusive dem Wegdrücken über das Gewicht oder Fakes über das Schulterzucken. Es ist unglaublich, welche Möglichkeiten man hat, die Riesen zu bewegen. Gerade diese motorischen Feinheiten zeichnen NBA aus.